Der Norfolk Terrier

Norfolk Terrier sind eine offiziell von der FCI anerkannte britische Hunderasse, die ihren Ursprung in der Grafschaft Norfolk haben. Bis September 1964 handelte es sich beim Norfolk Terrier und dem Norwich Terrier um eine gemeinsame Rasse. Heute jedoch sind beide als eigenständige Hunderassen anerkannt.

Geschichte der Hunderasse

Ihren Namen verdanken Norfolk Terrier der englischen Grafschaft Norfolk, wo diese kleine Hunderasse schon im 19 Jahrhundert bekannt war. Damals wurden die Tiere vornehmlich als Helfer bei der Fuchsjagd und beim Bekämpfen von Ratten und Mäusen eingesetzt.

Heute geht man davon aus, dass „Rags“ der Stammvater aller Norfolk Terrier ist. Ein nicht näher benannter Roughrider Jones, der als Zureiter und Hundeführer arbeitete, soll seinen Herrn eines Tages verlassen und dessen Hunde mitgenommen haben. Unter diesen befand sich „Rags“ – ein niederläufiger Hund mit einem üppigen, drahtig-rotem Fell, der sehr quirlig und aufgeweckt war. Der eigentliche Norfolk Terrier entstand jedoch erst, als man diesen Hund mit verschiedenen anderen Terrierrassen, darunter den Fox und den Irish Terrier, kreuzte.

Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass 1909 ein Pferde- und Hundezüchter mit dem Namen Jack Read eine Enkelin von Rags gekauft haben soll. Doch von den mehreren Würfen der Hündin blieben lediglich zwei alte Hündinnen als Nachkommen – die Hunderasse drohte, auszusterben. Um dies zu verhindern, kreuzte Jack Read eine seiner Hündinnen mit einem Bedlington Terrier. Gleichzeitig wollte er damit das Problem mit dem Fell korrigieren, welches durch die Einkreuzung des Bedlington Terriers entstanden war.

1930 Uhr kam es dann zur Gründung des Norwich Terrier Club, in welchem sich begeisterte Züchter zusammenschlossen. Das führte auch dazu, dass der Norfolk Terrier und der Norwich Terrier lange Zeit über als eine Hunderasse angesehen wurden. Erst 1964 wurde eine Unterscheidung zwischen dem stehohrigen Norwich Terrier und dem kippohrigen Norfolk Terrier vorgenommen.

Mittlerweile ist der Norwich Terrier in Großbritannien wesentlich häufiger anzutreffen als der Norfolk Terrier.

Das Aussehen des Norfolk Terriers

Der 26 cm messende Norfolk Terrier hat einen kompakten und kurzen Rücken. Aufgrund seiner geringen Größe bringt er lediglich ein Gewicht von 5-7 Kilo auf die Waage. Als einer der kleinsten Terrier der Welt macht er einen kompakten und kräftigen Eindruck. Sein Fell liegt dicht am Körper an, ist hart und drahtig. Offiziell anerkannt sind mehrere Fellfarben, darunter Schwarz mit Lohfarben, Weizenfarben und Braun, wobei man die rote Fellfarbe am häufigsten antrifft.

Typisch für den Norfolk Terrier sind auch seine v-förmigen und mittelgroßen Ohren. Diese fallen nach vorne, liegen an den Wangen gut an und verleihen dieser Hunderasse dadurch ein sympathisches Aussehen.

Wesen und Charakter

Norfolk Terrier haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 12-14 Jahren, stehen gerne im Mittelpunkt und möchten stets am Familienleben teilhaben. Bevor man sich für diese Hunderasse entscheidet, sollte man sich also darüber bewusst sein, dass der Vierbeiner sein ganzes Leben gemeinsam mit einem verbringen möchte.

Obwohl sein kleiner Körperbau etwas anderes vermuten lässt, ist der Norfolk Terrier alles andere als zerbrechlich, sondern besitzt eine unglaubliche Energie. Zwar gelten die Hunde nicht als streitsüchtig, können sich aber durchaus wehren, wenn sie gereizt oder geärgert werden. Darüber hinaus verfügt diese Hunderasse über eine hervorragende Auffassungsgabe und nimmt aufgrund seines charmanten und unkomplizierten Wesens eine wichtige Rolle als Familienhund ein.

Wissenswertes zur Haltung

Am wohlsten fühlen sich Norfolk Terrier in einer Familie, wo sie aktiv am Familiengeschehen teilhaben dürfen. Ebenso wichtig wie die Nähe zu seinen Menschen ist ihm Abwechslung. Er liebt es, zu klettern, zu buddeln, zu schmusen und mit dem Ball zu spielen. Als sportlicher Hund geht er auch gerne mit seinem Besitzer wandern oder geht mit diesem zum Hundesport.

Da Norfolk Terrier sehr selbstständig sind und meistens erahnen, was ihr Besitzer von ihnen möchte, gibt es bei der Erziehung kaum Probleme. Nicht zuletzt auch deswegen, weil sie nicht mit Aggression kämpfen, sondern lieber ihren Charme spielen lassen, um das zu bekommen, was sie wollen. Allerdings darf man bei der Erziehung die Intelligenz des Tieres nicht unterschätzen und sich von diesem um den kleinen Finger wickeln lassen.

Gleichzeitig gilt diese kleine Hunderasse als sehr pflegeleicht. Aus dem drahtigen Fell sollten lediglich ab und an die toten Haare mit den Fingern herausgezupft werden. Außerdem ist es empfehlenswert, das Fell zweimal im Jahr trimmen zu lassen. Vereinzelt können Norfolk Terrier erblich bedingte Probleme mit den Gelenken, vor allem mit den Knien, bekommen.

Aufgrund seiner geringen Größe kann der Norfolk Terrier auch in einer kleineren Wohnung gehalten werden. Sofern man ihm genügend Abwechslung bietet und sich aktiv mit ihm beschäftigt, ist er überglücklich.

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